Deutschland und die Welt

Reinhard Pohl: Der „Islamische Staat”.

2017, 48 Seiten, 2 Euro
ISBN 978-3-936419-43-6

Lange war der „Islamische Staat” im Irak, später im Irak und in Syrien eine Terror-Miliz, die mal mehr, mal weniger erfolgreich, aber immer besonders grausam agierte. Nein, ein Staat war es auf keinen Fall. Bis dann ein großes Gebiet in Syrien entstand, von dem aus Mossul, eine Millionenstadt erobert wurde. In der zweitgrößten Stadt des Irak ließ sich der Anführer des „Islamischen Staates”, Abu Bakr al-Baghdadi, dann auch zum „Kalif Ibrahim” ausrufen.
Der Kalif, der Nachfolger des Propheten Mohammed, ist der Anführer aller Gläubigen, und zwar weltweit. Und weltweit war und ist der Anspruch des „Islamischen Staates”.
Diese Broschüre zeichnet die Entstehung der Organisation nach, die von verschiedenen Akteuren nicht nur geduldet, sondern oft auch aktiv gefördert wurde. Denn viele regionale und weltweite Akteure fanden diese Organisation aus taktischen Gründen hilfreich für die eigenen Absichten, man glaubte sie jederzeit kontrollieren und steuern zu können. So nutzte die irakische Regierung den Aufstieg des Kalifen, um mehr US-Militärhilfe zu bekommen. Die USA hatten zuvor die staatlichen Strukturen im Irak zerschlagen und eine Regierung eingesetzt, die die ehemalige Elite gnadenlos diskriminierte und marginalisierte - mit dem Ergebnis, dass der „Islamische Staat” ein riesiges Reservoir zur Rekrutierung von Kämpfern und Verwaltern vorfand. Der syrische Präsident förderte den IS, um es der US-Besatzung im Irak zu schwer wie möglich zu machen, später förderte der türkische Präsident Erdogan den IS, um den Sturz Assads voranzutreiben. Der russische Präsident förderte den IS, um die Opposition gegen Assad niederzuringen, letztlich um Assads Herrschaft zu retten.
Und Deutschland? Auch mit der Rolle unseres Landes beschäftigt sich diese Broschüre.


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