Deutschland und die Welt

Reinhard Pohl: Eritrea.

2015, 48 Seiten, 2 Euro
ISBN 978-3-936419-37-5

Seit 2013 kommen plötzlich und unerwartet Tausenden von Flüchtlingen aus Eritrea nach Deutschland. War deren Zahl unter den Flüchtlingen 2012 noch unbedeutend, waren es 2013 bereits mehrt als 3.000, 2014 dann über 13.000.
Man hätte es absehen können. Eritrea wurde erst 1993 unabhängig, nach einem 30-jährigen Befreiungskrieg. Die Befreiungsbewegung, die der Bevölkerung einen modernen und demokratischen Staat versprochen hatte, verwandelte das Land aber innerhalb weniger Jahre in eine brutale Diktatur. Es gibt keine Meinungs- und Pressefreiheit, keine unabhängige Justiz. Die Mehrheit der Bevölkerung ist unterernährt und wird medizinisch schlecht versorgt. Flächendeckend hat die Regierung einen „Nationalen Dienst” eingerichtet, in dem alle Einwohner erst Wehrdienst, danach Arbeitsdienst leisten müssen - über Jahre und oft Jahrzehnte.
Eritrea ist das Land auf der Welt, aus dem im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung die meisten Menschen fliehen. Jahrelang flohen sie in die Nachbarländer Äthiopien und Sudan, von dort aus ging es oft weiter nach Israel oder nach Libyen. Doch seit 2013 hat Israel seine Grenze abgeriegelt, dort kommen kaum noch Flüchtlinge durch. Und der Bürgerkrieg in Libyen hat ein Bleiben im Land unmöglich gemacht, für (schwarze) Flüchtlinge ist der Aufenthalt dort lebensgefährlich.
Flüchtlinge aus Eritrea bilden deshalb heute die größte Gruppe der Flüchtlinge, die von Libyen aus auf kleinen Booten in Richtung Italien fahren. Viele geraten in Seenot, viele sterben.
In dieser Broschüre wird das Herkunftsland beschrieben. Wenn man weiß, aus welchen Verhältnissen die Flüchtlinge kommen, kann man besser verstehen, warum sie die Überquerung des Mittelmeeres für die bessere Wahl halten.
Außerdem wirft die Broschüre einen Blick auf die Aufnahme in Deutschland und das Asylverfahren.


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