Deutschland und die Welt

Reinhard Pohl: Türkei. 50 Jahre Einwanderung - 50 Jahre EU-Beitrittsverhandlungen?

2012, 48 Seiten, 2 Euro
ISBN 978-3-936419-29-0

Deutschland und die Türkei arbeiten seit mehr als 150 Jahren eng zusammen. Es begann mit einer militärischen Zusammenarbeit und der „Waffenbrüderschaft” im Ersten Weltkrieg, diese Zusammenarbeit dauert bis heute an. Heute sind es vor allem Rüstungsexporte aus Deutschland, mit denen die Türkei ihre Armee ausrüstet.
1961 kam aber das Anwerbeabkommen für Gastarbeiter dazu. Letztlich kamen aus der Türkei nicht nur die meisten Menschen, im Gegensatz zu anderen Anwerbeländern gingen sie auch lange Zeit nicht zurück - im Gegenteil. Seit 1973 wächst die Gruppe türkischer Einwanderer durch Familiennachzug immer weiter an. Von über 54 Millionen Einwanderern ist ein Drittel heute eingebürgert. Erst in den letzten Jahren sind mehr Menschen in die Türkei ausgewandert als von dort eingewandert, ob das ein dauerhafter Trend wird, steht aber noch nicht fest.
Nach dem Militärputsch 1980 und dem Beginn des Krieges gegen die Kurden 1984 kamen auch Zehntausende von Flüchtlingen her. Dass sie fliehen mussten, lag an den Verhältnissen in der Türkei. Dass sie oft nach Deutschland kamen, lag vor allem daran, dass sie hier auf Hilfe von Verwandten und Freunden hoffen konnten.
Seit 1961 will die Türkei aber auch Mitglied der EU werden. Damals wurde ein Assoziierungsabkommen (das Ankara-Abkommen) abgeschlossen, damit wurde aber auch vertraglich eine Perspektive für den Beitritt eröffnet. Heute gibt es zwar Politikerinnen und Politiker in Europa, die dieses Versprechen nicht mehr einhalten wollen, auch in der Türkei solche, die sich heute anders orientieren. Aber 1999 erhielt die Türkei den Status eines „Beitrittskandidaten”, und 2005 wurde der Antrag auf Mitgliedschaft offiziell unterschrieben. Die Türkei hat damit die Einhaltung aller Bedingungen zugesagt, die ein Beitrittskandidat erfüllen muss. Umgekehrt hat die EU aber auch zugesagt, die Türkei bei Erfüllung aller Kriterien aufzunehmen.
Wie stehen die Verhandlungen heute, wann werden sie enden?


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